21. Oktober, 1945vor 81 Jahren

Französische Frauen wählen bei einer nationalen Wahl

Französische Frauen wählen bei einer nationalen Wahl

Eckdaten

Ort

Frankreich — nationale Wahl und Volksabstimmung

Beteiligte

Französische Wählerschaft, darunter erstmals Frauen bei einer nationalen Wahl

Ergebnis

33 Frauen in die verfassunggebende Versammlung gewählt

Französische Frauen nahmen erstmals an einer nationalen Parlamentswahl teil, nachdem sie 1944 das Wahlrecht erhalten hatten.

Der lange Kampf um das Wahlrecht

Französische Frauen erhielten durch eine Verordnung vom 21. April 1944 das aktive und passive Wahlrecht, als sich Frankreich auf die Befreiung vorbereitete. Der Entscheidung waren Jahrzehnte des Engagements und politischer Widerstände vorausgegangen. Rechtlich waren Frauen nun gleichgestellt, doch die erste nationale Wahl stand noch bevor.

Erstmals gaben Frauen bei den französischen Kommunalwahlen am 29. April 1945 ihre Stimme ab. Das ist nicht mit dem 21. Oktober zu verwechseln: An diesem Tag beteiligten sie sich erstmals an einer landesweiten Wahl und Volksabstimmung. Beide Daten markieren unterschiedliche Schritte der praktischen Gleichberechtigung.

Was am 21. Oktober geschah

Am 21. Oktober 1945 wählten die Menschen in Frankreich eine verfassunggebende Versammlung und stimmten in einem Referendum über die verfassungsrechtliche Zukunft ab. Nach Krieg und Besatzung wurden die alten Institutionen neu bewertet. Frauen konnten erstmals unmittelbar über die politische Neuordnung des Landes mitentscheiden.

In die neue Versammlung zogen 33 Frauen unter insgesamt 586 Mitgliedern ein. Sie kamen aus verschiedenen politischen Lagern, darunter Kommunisten, Sozialisten und die christdemokratische Bewegung MRP. Damit wurde nicht nur das Wahlrecht erweitert: Frauen übernahmen erstmals Mandate in einer nationalen französischen Volksvertretung.

Ein politischer Neubeginn

Die Oktoberwahl war Teil des Wiederaufbaus Frankreichs nach dem Zweiten Weltkrieg. Die verfassunggebende Versammlung sollte eine neue staatliche Ordnung ausarbeiten. Parteien, die durch den Widerstand und die Nachkriegsmobilisierung an Gewicht gewonnen hatten, stritten über die künftige Form der Republik.

Die Reformen beseitigten soziale und politische Ungleichheiten nicht über Nacht. Doch Frauen als Wählerinnen und Abgeordnete veränderten die Frage, wer nationale Entscheidungen mitgestalten durfte. Die Wahl von 1945 wurde zu einem Wendepunkt der französischen Staatsbürgerschaft und Repräsentation.

Wer die neuen Abgeordneten waren

Die 1945 gewählten Frauen kamen nicht aus einem einzigen Beruf oder politischen Lager. Unter ihnen waren Lehrerinnen, Journalistinnen, Juristinnen und Krankenschwestern; einige hatten sich am Widerstand beteiligt. Ihre Erfahrungen brachten Fragen der sozialen Sicherheit, Arbeit, Bildung und Familie in den Wiederaufbau des Landes ein. Die Vertretung blieb ungleich, doch die politische Landschaft hatte sich dauerhaft verändert.

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Quellen

Die Illustrationen auf dieser Seite sind KI-generiert, keine historischen Aufnahmen.