Heute

25. Oktober, 1962vor 64 Jahren

Adlai Stevenson konfrontiert Valerian Sorin bei den Vereinten Nationen

Ein Diplomat zeigt während einer angespannten Sitzung des UN-Sicherheitsrats auf ein Luftaufklärungsfoto

Eckdaten

Ort

UN-Sicherheitsrat

New York

Historische Epoche

Kubakrise

Beteiligte

Adlai Stevenson; Valerian Sorin; Delegierte des Sicherheitsrats

Ergebnis

US-Fotobeweise wurden während der Krise öffentlich präsentiert

Auf dem Höhepunkt der Kubakrise stellte US-Botschafter Adlai Stevenson den sowjetischen Botschafter Valerian Sorin im Sicherheitsrat zur Rede und präsentierte Luftaufnahmen sowjetischer Raketenstellungen auf Kuba.

Eine nukleare Krise erreicht den UN-Saal

Am 25. Oktober 1962 war die Kubakrise sowohl eine militärische Konfrontation als auch ein Kampf um internationale Glaubwürdigkeit. US-Aufklärung hatte sowjetische Raketenstellungen auf Kuba identifiziert, Kennedy eine Seeblockade in Form einer „Quarantäne“ angekündigt, und Washington sowie Moskau tauschten dringende Botschaften aus. Einige sowjetische Schiffe drehten ab, doch auf Kuba wurde weitergebaut. Diplomatische Bemühungen liefen gleichzeitig über mehrere Kanäle, darunter die Vereinten Nationen.

Stevenson verlangt von Sorin eine Antwort

US-Botschafter Adlai Stevenson stellte den sowjetischen Botschafter Valerian Sorin im Sicherheitsrat direkt zur Rede. Er fragte, ob die Sowjetunion offensive Raketen auf Kuba stationiert habe, und verlangte eine eindeutige Antwort. Sorin lehnte diese Form der Befragung ab und erklärte, er befinde sich nicht vor einem amerikanischen Gericht. Stevenson erwiderte, er könne auf die Antwort warten. Der ungewöhnlich scharfe Wortwechsel wurde zu einer der bekanntesten Szenen der Krise, weil die USA unmittelbar danach ihre Aufklärungsbeweise öffentlich vorlegten.

Fotografien werden zu diplomatischen Beweisen

Stevenson ließ anschließend vergrößerte Luftaufnahmen der kubanischen Raketenstellungen zeigen, die von Nachrichtendienstexperten erläutert wurden. Die Bilder beendeten nicht jede Kontroverse, gaben der US-Argumentation aber eine konkrete visuelle Form, die weltweit verbreitet werden konnte. Gleichzeitig liefen geheime Verhandlungen weiter. Die Sitzung zeigt damit zwei Ebenen des Krisenmanagements: öffentliche Überzeugungsarbeit und vertrauliche Diplomatie. Die Raketen wurden nach der wenige Tage später erzielten Vereinbarung abgezogen. Die Episode zeigte außerdem, wie für diplomatische Zwecke freigegebene Aufklärungsbilder in einer internationalen Krise zu einem Mittel öffentlicher Überzeugung werden konnten.

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Quellen

Die Illustrationen auf dieser Seite sind KI-generiert, keine historischen Aufnahmen.